Ostern

Palmsonntag

Palmsonntag
Der Palmsonntag ist der Sonntag vor Ostern, der letzte der Passionszeit. Er ist der Beginn der Karwoche, aber auch schon ein Vorblick auf Ostern.
Palmsonntag wird der Einzug Jesu in Jerusalem gefeiert. Zum Zeichen seines Königtums streute das Volk dem nach Jerusalem Kommenden Palmzweige und jubelte (Johannesevangelium 12, 13 - 15).
In der katholischen Kirche werden mit Palmkätzchenzweigen Prozessionen zur Kirche veranstaltet. Palmen wurden schon im Altertum als heilige Bäume verehrt, im Orient ehrte man siegreiche Soldaten damit. Schon im 8. Jahrhundert wurden Palmweihen abgehalten. Da in Mittel- und Nordeuropa keine Palmen wachsen, ersetzte man diese durch Palmkätzchen - je nach Region können es auch Ahorn-, Buchen-, Birken-, Weide-, Haselnuss-, Stachelbeer- oder Wacholderbeerzweige sein. Diese werden in der Ostersonntagsmesse geweiht, sie sollen Unheil abwehrende Wirkung haben; deshalb werden sie zu Hause in den "Herrgottswinkel" gestellt, oder am Kruzifix, an Heiligenbildern oder am Spiegel befestigt.

In Wildungsmauer wird am Palmsonntag die Palmprozession gefeiert, bei der die vielen Palmkätzchenzweige geweiht werden.

Palmsonntag 2017

Die OSTER-Ratschen
Einem alten religiösen Brauch zufolge wird das Glockengeläut in den katholischen Kirchen in der Karwoche, am Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag durch hölzerne Instrumente ersetzt, da die Kirchenglocken im Volksmund "nach Rom geflogen" sind.
Mit Rasseln, Ratschen oder Klappern ziehen Kinder und Jugendliche durch die Straßen der Dörfer und Städte, erinnern dabei an das Engel-des-Herrn-Gebet und rufen die Gläubigen zur Kirche oder auch aus alter Überlieferung und kultischer Bedeutung (Donnerstag war an sich schon der Tag des höchsten germanischen Gottes Donar oder Thor), um mit diesen Lärmgeräten (Klappern, Ratschen...) mit "Heidenlärm" die schlafende Natur aufzuwecken.
Dieser Brauch, der schon zu Zeiten Karls des Großen ausgeübt wurde, ist bis heute üblich.
Die Ratschen treten bereits am Mittwoch der Karwoche zum ersten Mal in der ,,Rumpel-" oder ,,Pumpermette" (Dunkel- bzw. Trauermette) in Aktion.
Das Geräusch, das durch die Klappern oder Ratschen erzeugt wird, gibt der Messe ihren Namen, ,,Pumper-" oder ,,Rumpelmette". Mit diesem lauten Geräusch wollte man die Wut der Juden gegenüber dem Heiland bzw. den Zorn der Christenheit gegenüber Judas, dem Verräter, ausdrücken. Die Klappern oder Ratschen, die in der Messe zu Bruch gingen oder gar vollkommen zerschlagen wurden, was nicht ungewöhnlich war, wurden anschließend im Osterfeuer verbrannt. Der Brauch des Judasaustreibens, der Höhepunkt der Trauermette des Karmittwochs, war weit verbreitet. Der Rumpelkarren (Schubkarrenratsche) wurde häufig als Judaskarren bezeichnet.

Ratschen 2017

Männerbittgang

Für die Wildungsmaurer Männer ist es seit ca. 80-100 Jahren Brauch, sich am Ostersonntag um 5:00 Uhr früh auf den Weg zu machen, um für das Gedeihen der Feldfrüchte zu beten.
Dies geschieht ohne Priester und seit 1946 ohne Unterbrechung. Früher wurden die Wildungsmaurer noch vom Gemeindediener geweckt, heute trifft man(n) sich pünktlich vor der Kirche.
Die Hauptrollen spielen jeweils der Kreuzträger, der Vorbeter und der "Kranzelbinder".
Die Aufgabe des Kreuzträgers übernimmt immer der jüngste Teilnehmer.
Von der Kirche bis zur ersten Station, dem Wegkreuz zwischen Wildungsmauer und Scharndorf, ca. 1,5 km außerhalb des Ortes, wird der Rosenkranz gebetet.
Beim Kreuz angekommen wird für die Lebenden und Verstorbenen der Gemeinde, besonders für die Vorbeter und Kranzelbinder, sowie für das Gedeihen der Feldfrüchte gebetet.
Am Weg zur nächsten Station wird auf einem Feld ein Kranz aus jungem, grünem Getreide gebunden und am Kreuz befestigt. Zur Stärkung und Erwärmung gibt es mitgebrachte Schnäpse.
Bis zum Kreuz beim Haus Loprais wird das Lied "Strenger Richter" gesungen.
Dort angekommen wird die Andacht um Gottes Segen für die Feldfrüchte gebetet.
Am Rückweg zur Kirche singen die "Heimkehrer" die "Lauretanische Litanei".

Männerbittgang 2017

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.

Ostersonntag - Die Auferstehungsfeier

Am Ostersonntag findet jedes Jahr eine heilige Messe statt. Anschließend folgt die Speisenweihe.